Auerbachplatz

Das Pläuschchen nach dem Einkaufen, hier Euskirchener Strasse Ecke Rheinbacher Strasse, direkt vorm Balthasar gehört natürlich dazu.

Der Auerbachplatz hieß im übrigen einst Blankenheimer Platz, wie Hans-Michel Becker in seinem Buch Äbte, Kies und Duffesbach schreibt. Wie es hingegen zum Namen Auerbachplatz kam, ist nicht erwähnt. Es scheint sich jedenfalls nicht um einen Ort in der Eifel zu handeln, nach denen ja die Strassen in unmittelbarer Nähe allesamt benannt sind.

Ein Hinweis, dem ich allerdings noch mal genauer nachgehen muß, kam nach vielem Herumfragen und Recherchieren von einem älteren Sülzer, welcher sodann einen noch alteingesesseneren befragte und kürzlich mir die Antwort präsentierte, daß also dieser gesagt habe, daß Auerbach ein ehemaliger Oberbaurat gewesen sein soll, der wohl mit der Entstehung der allesamt um 1925 von den Genossenschaften auf Grund der Wohnungsnot nach dem zweiten Weltkrieg entstandenen Wohnhäusern um den Auerbachplatz zu tun hatte.

Doch der Hinweis entpuppte sich als falsch und wurde auch vom Hinweisgeber später als falsch bezeichnet. Die gleichzeitig, wiederum lediglich mündlich gegebene richtige Erläuterung hingegen war derartig umfangreich, daß ich sie nicht behalten konnte. Doch gibt der folgende Text aus einer derzeit ausschließlich privat verfügbaren Quelle (Johannes Schuster: Sülzer Grenzen und Straßen, Selbstverlag, Köln 2000) Aufschluß:

"Der alte Name des Sülzer Markt-, Fest-, Spiel- und mittlerweile auch Parkplatzes verursacht keinerlei Kopfschmerzen; er war ursprünglich der Blankenheimer Platz. Aber Auerbach? Handelt es sich um einen Bach oder um eine Person? Die Deutsche Biographische Enzyklopädie führt insgesamt 15 Trägerinnen und Träger dieses Namens auf. Der wahrscheinlichste Kandidat dieser Gruppe schien Hermann Auerbach zu sein (geb. am 21.3.1854 in Crimmitschau bei Zwickau, gest. am 8.5.1899 in Köln). Er war Bürochef eines größeren Kölner Handelshauses und Vorsitzender des Verbandes rheinisch-westfälischer Stenographen. In beiden Positionen förderte er die Verbreitung des Gabelsberger-Systems der Stenographie, d.h. der Deutschen Einheitskurzschrift. Die Gabelsberger Strasse in der Nähe des Südbahnhofs trägt den Namen des Erfinders.

Er ist es aber nicht. Auch unter den übrigen Personen, die die Enzyklopädie auflistet, ist der richtige Auerbach nicht zu finden. Denn laut Grevens Adreßbuch geht der Name zurück auf Geheimrat Dr. Benjamin Auerbach, geb. am 24.9.1855 in Wald bei Solingen, gest. am 18.11.1940 in New York, Arzt und Mitbegründer des Israelischen Asyls für Kranke und Altersschwache in Ehrenfeld. Dieses mit einem Altenheim verbundene Krankhaus war 1869 als Eltzbacher-Stiftung der Gebrüder Eltzbacher, Unternehmer in Köln, gegründet worden und stand Kranken und Alten aller Konfessionen offen. Bei der Gründung wäre B. Auerbach also gerade 13 Jahre alt gewesen. Was die Mitbegründung durch ihn angeht, scheint das Adreßbuch nicht so recht informiert zu sein. Doch war Auerbach seit 1885 immerhin für Jahrzehnte Chefarzt dieses Hospitals und damit wohl ursächlich an dessen hohem Ansehen bei der Kölner Bevölkerung und in medizinisch-wissenschaftlichen Kreisen beteiligt gewesen.

Die Umbenennung fand nach dem Krieg statt. Warum aber wurde nicht in Ehrenfeld eine Straße oder ein Platz nach ihm benannt? Hat die Entscheidung für Sülz vielleicht etwas zu tun mit dem zu Beginn der 60er Jahre in der Jünkerather Straße gebauten Jüdischen Altersheim, dessen Garten ja an der Blankenheimer Strasse und damit an den Platz grenzt? Es ist in der Zwischenzeit umgezogen; in seinen Räumen befindet sich jetzt das städtische Dr.-Ernst-Schwering-Heim."

Dieser Text datiert vom März 2000. Die Ausführungen zum Dr.-Ernst-Schwering-Heim sind daher nicht mehr aktuell. Das Heim ist abgerissen, die Alten zeitweise nach Riehl umgesiedelt und an dessen Stelle eine Wohnanlage gebaut, dessen Errichtung in den letzten Zügen liegt. Das Altersheim wird jedoch nach der Fertigstellung in die Wohnanlage integriert.

Und hier noch zwei links zum ehemaligen israelitischen Asyl und Dr. Benjamin Auerbach:

Das Israelitische Asyl in Köln

Das Israelitische Asyl von 1908 in der Ottostraße

Und nur zu gern würde ich mehr aus diesem wunderbaren, bisher nie erschienenen Buch zitieren, zumindest zu solchen Straßen, zu denen ich auch Fotos parat habe. Doch möchte ich das ohne Genehmigung des Autors nicht. Die Ausführungen zum Auerbachplatz hingegen, an deren Zustandekommen des Namens wir so lange herumgerätselt haben, hab ich nun einfach dieser Broschüre entnommen, was mir Johannes Schuster auch nachträglich gestattete, unter der Voraussetzung, daß ich die Quelle nenne.

Der Auerbachplatz ist zudem der Stadt Köln von einer Erbengemeinschaft mit der Zweckbindung übergeben worden, daß dieser stets den Lustbarkeiten der Sülzer Bevölkerung zu dienen habe. Der darf also nicht irgendwann einfach zugebaut werden, sondern hier sollen die Sülzer sich treffen, Volksfeste stattfinden und dgl.. Und so wird es ja auch bis heute gehalten. Schützenfest, Flohmärkte, die Aufstellung des Sülzer Veedelszuges, das alles passiert auf dem Auerbachplatz. (Mit Ausnahme allerdings des Carreéfestes am 1. Septemberwochenende. Da ist der Veranstalter aber ja auch die Interessengemeinschaft der Geschäftsleute und so soll das natürlich direkt im Einkaufsstrassengebiet Sülzburg- und Berrenrather Strasse stattfinden. ;-))

Und so ich das zeitlich einrichten kann und daran denke, werde ich in diesem Jahr, respektive begonnen habe ich ja am 30. März 2005 mit meiner Fotogalerie, bis spätestens also dem 29. März 2006 da noch weitere Fotos zu anderen Anlässen folgen lassen.

Auerbachplatz

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Berrenrather Straße

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