
©Foto: RBA 143 518
Die gleiche Ansicht nun aus 1973 mit Fabrikschornstein und der Nikolauskirche im Hintergrund. Bei dem Hochhaus im Hintergrund dürfte es sich um das Unicenter an der Luxemburger Strasse handeln und nicht um das iirc erst später gebauten Gerichtshochhaus gegenüber des Unicenters. Als ich 1974 erstmalig nach Kön zog, existierte jedenfalls das Unicenter bereits.
Im Vordergrund sieht man im übrigen, wie mir ein Sülzer erzählte, Kleingärten, die also idyllisch direkt neben der Fabrik lagen. Überhaupt sollte ich mich mal mit Tonbandgerät ausgestattet und Ausdrucken meiner Fotos unter die Leute mischen und die Erinnerungen hier festhalten. Schreiben Sie mir bitte gern, wenn Sie interessantes zu unseren Sülz-Klettenberger Ansichten mitzuteilen haben: gudrun.velten@t-online.de
Die Fabrik, die man auf diesem Bild an der Stelle der heutigen Bastbauanlage sieht, ist u.a. hier wie folgt erwähnt:
Einige Jahre zuvor, 1854 wurde das erste Unternehmen zur Herstellung von Tabakverarbeitungsmaschinen für das Schneiden, Zerfasern, Trocknen und Rösten von Blättern in Köln-Sülz gegründet, die Maschinenfabrik Wilhelm Quester
Die Maschinenfabrik Wilhelm Quester verlegte ihren Firmensitz in den 1980er Jahren außerhalb Kölns und existiert heute nicht mehr. Und war damit um die 130 Jahre lang einer der Hauptarbeitgeber der Sülzer. Noch heute trägt z.B. die Apotheke in einer der Ladenlokale der Wohnanlage auf der Berrenrather Strasse den Namen Apotheke am Questerhof.
Die Maschinenfabrik Wilhelm Quester scheint hingegen auch sehr unrühmlich zur Sülzer Geschichte beigetragen zu haben, denn es findet sich auch ein Eintrag in der Datenbank des NS-Dokumentationszentrums Köln. Ich dürfte daher sicher nicht falsch liegen, wenn ich annehme, daß die Gedenktafel zu den Zwangsarbeiterinnen in der Sülzburgstrasse (siehe Fotogalerie Sülzburgstrasse) und zwar im unmittelbaren Anschluß an die heutige Wohnanlage, darauf hinweist, daß die 44 Frauen in eben dieser Wilhelm Quester Maschinenfabrik ihre Zwangsarbeit zu verrichten hatten.