
Dabei ist das Ambiente sowohl innen, als auch außen sehr ansprechend und die Kreuzung da an der Sülzburg - Palanter - Euskirchener Strasse mit den drei Ecklokalen und dem Balthasar am Auerbachplatz nahebei ein feines Ausgehviertel. Jedenfalls wenn man von den Kunstausstellungen, die sich heute jeder Arzt und auch jede Kneipe leistet, die was auf sich hält, einmal absieht. Nur das ist ja überall gleich mäßig bis grauenhaft und aber doch immer wieder recht interessant zu gucken, welche neuen Scheußlichkeiten da wieder angeboten werden. Wenn es kulinarisch und sonstwie atmosphärisch stimmt, ist das schon okay so.
Im Boccalino fiel mir während meiner ersten Sülzer Zeit zudem erstmalig auf, daß Sülz überhaupt ein ziemliches In-Veedel ist. Kam ich mit Bekannten, die beim WDR arbeiten dorthin, so trafen diese dort, gleichwohl selbst in der Südstadt ansässig, garantiert einige Kollegen und als ich einst mal mit Leuten etwas einfacherer Couleur dort speiste, fühlten diese sich mir leicht peinlicherweise ziemlich attracted von einer ganzen Reihe von Fernsehjungstars, die ich, da ich solche Serien allesamt nicht gucke, nicht einmal erkannt hätte und mich aber spontan vom Wahrheitsgehalt des folgenden, erst kürzlich entdeckten Blogginginhaltes einer Ex-Sülzerin überzeugte:
In Sülz traf man mindestens alle zwei Meter auf einen anderen Jogger, der Beethovenpark war voll davon (ganz eingesehen habe ich das ja nie, schließlich wohnten WIR dort und zahlten die astronomisch hohe Miete und dann kommt da Hinz und Kunz daher...aber lassen wir das, ist ein anderes Thema). Das war natürlich auch immer Sehen und Gesehenwerden, schließlich konnte einem ja jederzeit einer der zahlreich dort wohnhaften Soapstars oder irgendein RTL-Moderator über den Weg laufen.
Aus: Daggis Leben - Notizen aus der Vorstadt